Mittwoch, 15. August 2007
Und noch ein Drabble-Versuch:
Einfach weg
Sie wollte weg, einfach weg von Alltag und Familie. Mutterseelen allein in der Einsamkeit der kanadischen Wälder. Genauso hatte sie sich den Urlaub vorgestellt. Kein Nachbar, kein Supermarkt. Vorräte waren vorhanden, für Holz zum Heizen und Kochen musste sie selber sorgen. Die Arbeit gefiel ihr und die Anstrengung tat ihr gut. Die Säge war scharf und die Axt blitzte in der Sonne.
Ganz harmlos hatte der Kratzer zuerst ausgesehen. Als er dann rot und warm wurde, glaubte sie noch, dass frisches Wasser und Aspirin helfen würden. Jetzt war der Fuß fast schwarz und roch komisch. Er musste weg, einfach weg.
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Verfasst von Axel Baumgart
Samstag, 11. August 2007
Inspiriert von Carsten Steenbergen habe ich mich gestern an mein erstes Drabble gewagt. Ich fand es sehr reizvoll, eine Geschichte auf genau 100 Wörter plus Überschrift zu limiteren. Nicht 99, nicht 101, sondern genau 100. Das ist das Ergebnis:
Totes Lachen
Von Axel Baumgart
Der Schuss traf ihn zwischen den Augen. Nass klebte der Nebel an seiner Seele, als sie den Körper verlies. Körperlose Wesen können lachen. Er wusste es jetzt. Sie hatte ihn erschossen und er lachte darüber. Ihre Ehe war auf Erden die Hölle gewesen. Ja, er hatte rumgehurt. Sie hatte dafür ihr ganzes Vermögen verschleudert.
Jetzt fuhr sie glücklich nach Hause und er lachte wieder. Heute war der Befund gekommen und er hatte ihr nicht die Wahrheit gesagt. Ihre Leber war kaputt und seine war kompatibel. Er dachte an seinen schnellen, schmerzlosen und an ihren langsamen, qualvollen Tod. Und lachte wieder.
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Verfasst von Axel Baumgart