Kurzgeschichte: Hans Ardin – Zahnlose Helden

Sonntag, 30. November 2008

Hans Ardin: Zahnlose Helden

Sie hatten sich von ihren Frauen, Kindern und Enkelkindern verabschiedet. Nun standen die neun Freunde des Kegelklubs „Voll auf die Neun“ am Bahnhof und freuten sich auf eines der letzten Abenteuer eines typisch deutschen Mittelstädters. Ihr diesjähriger Kegelausflug führte sie aus der niederrheinischen Tiefebene hinaus an die Nordsee, wo sie vergnügte fünf Tage verbringen wollten. Während dieser Zeit, so war es fest eingeplant, wollten sich die Landratten aufs offene Meer hinaus wagen und mit einem dieser kleinen Kutter noch vor Sonnenaufgang zum Krabbenfischen auslaufen.

Fünf Tage Freiheit. Keine Ermahnung, nicht so viel oder so früh schon Alkohol zu trinken. Fünf Tage angefüllt mit Männerwitzen und Dummen-Jungen-Streiche. Fünf Tage umgeben vom stürmischen Herbstwetter, das keine andere Betätigung zuließ, als in Ermangelung guter Kegelbahnen den Tag mit Skat und Geschichten von früher zu verbringen. Fünf Tage lang wieder ein Mann sein. Fünf traumhafte Tage, die ihre Krönung finden sollten in der abenteuerlichen Kutterfahrt.


Schreibt ein Ende zu meiner Geschichte

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Jeder ist eingeladen, sein eigenes Ende zu meiner Geschichte um den Spieler Denis Kudalenko zu schreiben. Einfach hier Klicken:  Mitschreibgeschichte


Das Buch „Märchenbasar Vol. 3“ ist erschienen

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Das dritte Buch des Internetprojektes Märchenbasar ist erschienen. Nachdem der Verlag gewechselt wurde, ist das Buch mit jetzt 10,90 EUR etwas teurer als die ersten beiden, ist aber auch in der Verarbeitung deutlich besser und durch die liebevolle Gestaltung mit einem passenden Bild zu jedem Märchen wirklich jeden Cent wert.Mein Märchen „Der vierte Wunsch“ ist auch in diesem Buch enthalten. Wer ein von mir signiertes Exemplar möchte, wende sich bitte an mich per EMAIL: axel@baumaxe.de mit dem Betreff „MB3 Bestellung“.


Nach der Buchmesse 2008

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Es hat viele Vorteile in Frankfurt zu wohnen: Viel Kultur, tolle Restaurants, eine Bundesligamannschaft auf einem Nicht-Abstiegsplatz (zumindest heute) und die Buchmesse.

Zur Buchmesse 2008 hatte ich die Gelegenheit, eine Autorin persönlich zu treffen, die ich bislang nur über das Internet kannte: Berta Berger (Homepage).

Leider hatte ich nicht allzuviel zeit, weil berufliche Termine drängten, aber es war ein angenehmes Treffen, was wir zur nächsten Buchmesse wiederholen möchten.


Kurzgeschichte: Das Leben in der Mitte

Sonntag, 12. Oktober 2008

Das Leben in der Mitte

Axel Baumgart

Jetzt war ein guter Zeitpunkt, um über sein Leben nachzudenken. Er war heute zweiundvierzig Jahre alt geworden. Mit etwas Glück würde er noch einmal zweiundvierzig Jahre leben. Sein kleines, spießiges Reihenhäuschen in der norddeutschen Provinz war zur Hälfte abbezahlt.

Nach vierundzwanzig Jahren Berufstätigkeit hatte er es zum Niederlassungsleiter eines bedeutenden deutschen Automobilherstellers gebracht. Firmenintern wurde er als Mitglied des mittleren Managements geführt. Wenn er so lange durchhielt, würde er in etwa vierundzwanzig Jahren in Rente gehen.

Seit fünfundzwanzig Jahren war er mit ein und derselben Frau sexuell aktiv. Angenommen, sein Urologe war so gut, wie sein Ruf, würde das vielleicht auch die nächsten fünfundzwanzig Jahre so weitergehen. Er war seiner Frau immer treu gewesen, wenn man das Sommerfest vor fünf Jahren nicht zählte. Aber da war er so besoffen gewesen, das konnte einfach nicht zählen.

Vor genau dreizehn Jahren war sein erstes Kind geboren worden. Wenn alles nach Plan verlief, würde in dreizehn Jahren das letzte aus dem Haus sein. Sein Vater lebte noch, seine Mutter war tot.

Er war Mitglied der freiwilligen Feuerwehr, ging jeden Sonntag zum Stammtisch und war ein angesehener Kunde der örtlichen Sparkasse.

Er hatte getan, was getan werden musste. Er hatte ein Haus gebaut, einen Sohn gezeugt und heute Morgen einen Baum gepflanzt. Niemand konnte ihm etwas vorwerfen.

Seine Kindheit war nicht einfach gewesen, mit so einer Mutter. Nie war etwas gut genug gewesen, Freunde grundsätzlich der falsche Umgang, spätere Freundinnen immer Schlampen. Es war nicht seine Schuld. Den Rest des Beitrags lesen »


Nächster Autorenstammtisch am 05. November 2008

Sonntag, 12. Oktober 2008

Weitere Details  H I E R


Nächster Autorenstammtisch am 03.September 2008

Montag, 18. August 2008

Weitere Details  H I E R


Kurzgeschichte: Der Spieler

Montag, 18. August 2008

Der Spieler
Von Axel Baumgart

Denis Kudalenko hatte nicht mehr lange zu leben. Diese Erkenntnis basierte weder auf Röntgenbildern noch auf einer Krebserkrankung. Denis Kudalenko spielte auch nicht mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen. Aber das war auch so ziemlich das einzige, mit dem er nicht spielte. Karten, Würfel, Roulette, Sportwetten – es gab kein Spiel, auf das er sich nicht einließ, wenn nur der Einsatz hoch genug war und er viel Geld gewinnen konnte. Aber Denis Kudalenko hatte in den letzten Wochen nicht gewonnen. Er hatte viel gewagt. Nach jedem Verlust etwas mehr und etwas riskanter. Aber er hatte nicht gewonnen. Barkus hatte ihm immer wieder mit Geld geholfen und so ermöglicht, dass Denis Kudalenko wochenlang mit frischem Geld spielen konnte.

Vor eine halben Stunde war Barkus – Denis Kudalenko hatte erfahren, dass Barkus mit Vornamen Alvin hieß und sofort verstanden, warum er ohne Vornamen leben wollte – vor einer halben Stunde also war Barkus bei ihm gewesen. Seine Ansprache war ebenso kurz gewesen, wie die Haare seiner bewaffneten Begleiter:

„24 Stunden. Dann will ich Kohle sehen. Du kennst die Regeln. Ich hoffe, du hast das Geld.“

Ein anderer hätte vielleicht noch ein „Sonst …“ hinzugefügt. Bei Barkus bestand dafür aber keine Notwendigkeit. Jeder, der zu Barkus kam und Geld wollte, hörte die selben Worte:

„Ich verleihe nichts. Ich kaufe. Finger, Hände, Arme, Beine. Auch Köpfe. Wenn du mir etwas verkaufen willst, bekommst du es nur zurück, wenn du es mir wieder abkaufst. Wenn ich es sage. Zu meinem Preis. Was willst du mir heute verkaufen?“

Denis Kudalenko hatte jede Zelle, jedes Haar an Barkus verkauft. Morgen würde Barkus kommen, um sich zu holen, was ihm gehörte. Es sei denn, er konnte es zurückkaufen. Zum doppelten Preis. Das waren die Regeln von Barkus.

Alles, was sich zu Geld machen ließ, hatte Denis Kudalenko verkauft, bevor er zu Barkus gegangen war. Freunde hatte er schon lange keine mehr. Er lag auf seiner fleckigen Matratze und seine Gedanken drehten sich im Kreis, als sich plötzlich in der Kreismitte ein Punkt bildete. Sollte das wirklich die Lösung sein?

[An dieser Stelle möchte ich alle einladen, die Geschichte selber weiter zu schreiben und als Kommentar hier einzufügen. Mein eigenes Ende folgt hier:]

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Kurzgeschichte: Tiefe Wasser

Dienstag, 22. April 2008

Tiefe Wasser
Von Axel Baumgart

Ich bin aber auch ein Blödmann. Wie konnte ich mich nur überreden lassen. Ich kann nicht schwimmen und konnte es noch nie. Weder hatte ich jemals das Bedürfnis, schwimmen zu lernen, noch hätte ich jemals eine Situation erlebt, in der ich als Nichtschwimmer einen Nachteil gehabt hätte. Als Gabi und Thomas dann mit der Idee kamen, wir könnten doch einmal einen gemeinsamen Segelurlaub machen, lachte ich herzhaft und lange, wussten die beiden doch nur zu gut um mein Verhältnis zu Wasser, sobald es tiefer und größer als eine Badewanne wurde. Nachdem ich mich beruhigt hatte, machten sie mir allerdings sehr schnell klar, wie Ernst ihnen der Vorschlag war. Auf diese Weise, waren sich beide sicher, würde ich nicht nur meine Angst vor dem Wasser verlieren, sondern auch durch das zumindest teilweise Leben auf dem Wasser eine ganz neue Lebensperspektive bekommen. Zugegeben, eine neue Lebensperspektive reizte mich schon. Den Rest des Beitrags lesen »


Meine Geschichten für die Schule

Freitag, 4. April 2008

Vor ein paar Tagen wurde ich angeschrieben, ob zwei meiner Kindergeschichten für ein Buch mit Unterrichtsmaterial zu dem Thema „Vertretungsstunden Deutsch 5./6. Klasse“ verwendet werden dürfen. Es handelt sich dabei um die Geschichten „Legau: Der Schimpfwortwettbewerb“ / „Fips: Eine Schüssel voll Milchreis“ bzw. „Legau: Der Geheimbote“.

Nachdem ich mich mit dem Persen Verlag geeinigt und die Abdruckfreigabe erteilt hatte, steht es nun fest: Die Geschichten kommen in das Unterrichtsbuch. Die Auflage beträgt 1000 Stück. Der Erscheinungstermin ist Juli 2008.